Gesundheit gerecht gestalten

Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancen-
gleichheit Hamburg

Wir setzen uns für Gesundheitsförderung für und mit Menschen in belasteten Lebenslagen ein. Dafür stellen wir fachliche Orientierung zur Verfügung.

Die Stadt Hamburg von oben als Luftbild
In Hamburg sind Gesundheitschancen ungleich verteilt

Aktuelles

  • "Gut beraten: Von der Idee zur Projektentwicklung" heißt das neue Beratungsangebot der Geschäftsstelle zur Umsetzung der Landesrahmenvereinbarung (GS LRV) und der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hamburg. Wir beraten und begleiten Sie bei der Konzeptentwicklung. Weitere Informationen finden sie hier.

  • Die Publikation "Nachhaltige StadtGesundheit Hamburg II - Neue Ziele, Wege, Initiativen" ist am 07.07.2022 als Band 5 der Edition "Nachhaltige Gesundheit in Stadt und Region" erschienen und hier als PDF frei verfügbar. Darin haben für die HAG u.a. Petra Hofrichter, Claudia Duwe und Henrieke Franzen das Kapitel 6.1 "Gesundheitsförderung in der Stadt: Zusammenspiel von Programmen und Projekten unter dem Dach der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V." verfasst. 

  • Die Standortanalyse - ein Instrument für den Auf- und Ausbau von integrierten Strategien. Erfahren Sie hier wie das Instrument in den vergangenen Jahren in Hamburg und bundesweit zum Einsatz gekommen ist - digital und direkt vor Ort.

  • Gesundheitsförderung und Prävention mit wohnungslosen Menschen stärken - das ist das Thema der neuen Veröffentlichung des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit. "Wir wollen gesunde Räume gestalten" lautet der Titel des Gesprächs von Sabine Bösing (BAG Wohnungslosenhilfe), Prof. Dr. Susanne Gerull (Alice-Salomon-Hochschule Berlin) und Petra Hofrichter (Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung). Sie tauschen sich aus über Barrieren, aber auch über Möglichkeiten und Erfahrungen in der Gesundheitsförderung und Prävention mit wohnungslosen Menschen. Ihr Gespräch wird ergänzt durch Hinweise auf Praxisprojekte, Forschungsberichte und vertiefende Literatur. Weitere Infos unter: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/materialien/themenblaetter.

Gesundheit ist eine soziale Frage

Die soziale Lage nimmt über den gesamten Lebenslauf entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit. Menschen mit geringem Einkommen, ohne Arbeit oder Wohnung sind häufiger mit unterschiedlichen gesundheitlichen Belastungen konfrontiert. Um die Gesundheit zu fördern, müssen zum einen die gesundheitlichen Belastungen verringert und zum anderen die gesundheitsfördernden Ressourcen gestärkt werden. Maßnahmen zur Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit sind dann erfolgreich, wenn sie an den Lebenswelten der Menschen ansetzen.

In Hamburg und auf Bundesebene gibt es bereits eine Vielzahl von guten Praxisansätzen und Erfahrungen, doch fehlt es an Transparenz und an dem Wissen voneinander. Hier setzt die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hamburg als Netzwerkerin zwischen den Bereichen Gesundheit, Soziale Arbeit, Jugendhilfe, Stadtentwicklung, Wohnungslosenhilfe u.a. an. Ziel ist es, die gesundheitliche Chancengleichheit zu verbessern.

Dazu begleitet sie den Auf- und Ausbau integrierter kommunaler Strategien, macht Modelle guter Praxis sichtbar, unterstützt den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis, fördert die praxisorientierte Qualitätsentwicklung sowie Vernetzung zur Stärkung der Gesundheit vulnerabler Zielgruppen. Diese Aktivitäten sind eingebettet in die Umsetzung des Präventionsgesetzes in Hamburg.

Die Geschäftsstelle Landesrahmenvereinbarung (LRV) ist organisatorisch in die KGC Hamburg eingebunden. Sie berät und unterstützt Interessierte, die ein Gesundheitsförderungsprojekt in Lebenswelten im Rahmen des Präventionsgesetzes auf den Weg bringen wollen. Die Geschäftsstelle unterstützt das Koordinierungsgremium bei der Umsetzung der Landesrahmenvereinbarung.

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit ist seit 2004 in die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) integriert. Sie wird gefördert durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und durch die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde).

Die KGC arbeitet zu folgenden Schwerpunkten

Begleitung kommunaler Strategien:
Lokale Vernetzungsstellen Prävention

In Hamburg setzen sich die Lokalen Vernetzungsstellen Prävention für die nachhaltige Verankerung von Gesundheit im Stadtteil ein. Stadtteile bieten als übergreifende Lebenswelten das Potenzial, gesundheitsfördernde Praxis in einer Gesamtstrategie – im Sinne einer integrierten kommunalen Strategie – zu organisieren. Ziel ist es, allen Menschen gute Bedingungen für ein langes und gesundes Leben zu bieten.

Die Koordinationsstellen der Lokalen Vernetzungsstellen Prävention, die bei lokalen Trägern, wie Stadtteilbüros oder den Bezirksämtern verortet sind, bringen dazu lokale Akteure und Akteurinnen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zu gesundheitsbezogenen Themen zusammen und ermöglichen Beteiligung der Bewohner:innen. Bestehende Angebote im Stadtteil werden sichtbar gemacht, bestmöglich aufeinander abgestimmt und neue Maßnahmen bedarfsorientiert und fachübergreifend gestaltet. Der Austausch findet z.B. in Runden Tischen und Stadtteilbeiräten statt.

Begleitet werden die Vernetzungsstellen dabei durch die KGC Hamburg. Zentral ist die Beratung mit dem Instrument Standortanalyse zum Auf- und Ausbau integrierter kommunaler Strategien. Darüber hinaus werden die kollegiale Beratung sowie der fachliche Erfahrungsaustausch kontinuierlich unterstützt. Qualifizierungsangebote der KGC dienen der Qualitätssicherung und über inforo.online wird weiterer Wissenstransfer ermöglicht.

Zum Hintergrund der Lokalen Vernetzungsstellen Prävention:

Zwischen 2007 und 2017 wurden an sechs Standorten "Koordinierungsbausteine für Gesundheitsförderung" (Koba) eingerichtet. Die Finanzierung der Arbeit gewährleisten seitdem die Sozialbehörde (Honorarmittel für die Koordination) und die TK (Verfügungsfonds für Gesundheitsförderungsprojekte). Seit 2017 gibt es eine ähnliche Vernetzungsstruktur "MüHoBi", in den Stadtteilen Mümmelmannsberg, Horn und Billstedt, die von der AOK Rheinland/Hamburg und der IKK classic fachlich sowie finanziell unterstützt wird. Seit 2018 fördern im Rahmen der Umsetzung der Landesrahmenvereinbarung (LRV) Hamburg zudem alle gesetzlichen Krankenkassen (unter finanzieller Beteiligung des Bezirksamts Eimsbüttel und der Sozialbehörde) die Vernetzungsstelle "Gesund in Eimsbüttel" nach SGB V § 20a im Rahmen einer projekthaften Förderung. Seit 2021 wird die Arbeit unter dem Namen Lokale Vernetzungsstellen Prävention umgesetzt.

An derzeit zwölf Standorten in sechs Hamburger Bezirken gibt es folgende Lokale Vernetzungsstellen Prävention:

Abgedecktes Gebiet (Stadtteil) Bezirk
1LurupAltona
2Osdorfer BornAltona
3Altona AltstadtAltona
4RothenburgsortMitte
5VeddelMitte
6Mümmelmannsberg, Horn, BillstedtMitte
7Rübenkamp, LangenhornNord
8Eidelstedt, Schnelsen-Süd, Lenz-SiedlungEimsbüttel
9Hohenhorst, Rahstedt-OstWandsbek
10JenfeldWandsbek
11Phönix-Viertel, Neugraben-FischbekHarburg
12Wilstorf, NeuwiedenthalHarburg

Weiterführende Links

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Kompetenzaufbau und Qualitätsentwicklung

Fachveranstaltungen zu kommunaler Gesundheitsförderung

Die KGC Hamburg bietet für die Qualitätsentwicklung kommunaler Gesundheitsförderung bezirks- und fachübergreifende Tagungen und Workshops an und fördert so Netzwerkarbeit, Dialog und Qualitäsentwicklung. Adressiert sind Fachkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Interessierte aus den Bereichen Gesundheit, Stadtteilentwicklung, Bildung, soziale Arbeit u.a.

Veranstaltungen der Online-Reihe zum Thema Vulnerabilität und den Auswirkungen der Corona-Pandemie

  • "Vulnerabilität und psychosoziale Gesundheit von Erwerbslosen in Zeiten der Pandemie", 31.03.2021
  • "Aus der Pandemie lernen – Erkenntnisse und Perspektiven für die gesundheitsbezogene Arbeit mit wohnungslosen Menschen", 25.11.2020
  • "Vulnerabilität – (k)ein alter Hut? – Dialogräume schaffen zum Thema Vulnerabilität, gesundheitliche Chancengerechtigkeit und zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie", 28.10.2020

 

Weitere Veranstaltungen

  • Workshop "Kollektive Schätze wecken. Appreciative Inquiry als Methode in der stadtteilorientierten Gesundheitsförderung", 21.11.2019
  • Tagung "Lokal verortet! Gemeinsam gesundheitsförderliche Strukturen stärken", 30.10.2019

 

Der Good Practice-Ansatz

Die 12 Good Practice­-Kriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit informieren darüber, was bei der Planung und Umsetzung von Gesundheitsförderung mit und für Menschen in belasteten Lebenslagen wichtig ist. Beispiele erklären die Kriterien und bieten einen Orientierungsrahmen für die Ausgestaltung gesundheitsfördernder Angebote. Die KGC Hamburg vermittelt die Kriterien in Lernwerkstätten. Zudem unterstützt sie die Bekanntmachung von Beispielen guter Praxis in der Praxisdatenbank Gesundheitliche Chancengleichheit sowie in der Projektdatenbank „Gesund & aktiv älter werden“.

Was ist eine Lernwerkstatt?

Mit Lernwerkstätten werden die Good Practice-Kriterien für die Entwicklung von Maßnahmen und Projekten praktisch nutzbar gemacht. Ziel ist es, die Kriterien mit den Erfahrungen aus der Praxis zu verbinden. Die Lernwerkstätten führen in die Qualitätskriterien ein und unterstützen die Teilnehmenden, sich praxisbezogen mit den Kriterien auseinanderzusetzen. Auch der GKV-Leitfaden Prävention der gesetzlichen Krankenkassen zur Umsetzung des § 20 SGB V bezieht sich auf die Kriterien guter Praxis. In den Workshops wird der Bezug zu den Förderkriterien des GKV-Spitzenverbandes hergestellt.

Lernwerkstätten

  • "Jetzt erst recht: Gesundheit von älteren Menschen fördern in Zeiten von Corona", 16.06.2020
  • "Gut gerahmt — Qualität in den Blick nehmen! Kriterien für gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung", 10.10.2019
  • "Qualitätsentwicklung von Gesundheitsförderung in der Kommune", 18.11.2018
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Netzwerkarbeit zur Stärkung der
Gesundheit vulnerabler Zielgruppen

Wohnungslose und langzeitarbeitslose Menschen sind aufgrund ihrer Lebenslage mit besonderen physischen, psychischen und sozialen Belastungen konfrontiert. Sie gelten als besonders vulnerabel (verletzbar), denn eine vollumfängliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist ihnen erschwert. Die KGC Hamburg stärkt die sektorenübergreifende Zusammenarbeit und die Vernetzung im Fokus der Gesundheitsförderung mit vulnerablen Zielgruppen. Sie koordiniert den Arbeitskreis „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ und beteiligt sich am Projekt zur Verzahnung der Arbeits- und Gesundheitsförderung.

Arbeitskreis
Wohnungslosigkeit und Gesundheit

Im Februar 2018 waren in Hamburg knapp 30.000 Menschen öffentlich-rechtlich untergebracht. Davon waren ca. 4.700 Wohnungslose, ca. 15.300 wohnberechtigte Menschen, die zugewandert sind und ca. 9.500, die nicht wohnberechtigte zugewandert sind (Zentraler Koordinierungsstab Flüchtlinge 2018). Die Zahl der Obdachlosen wird auf 2.000 geschätzt, die Dunkelziffer ist hoch.

Im Arbeitskreis engagieren sich folgende Mitgliedsorganisationen:

Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde), Caritasverband Hamburg e.V., Deutsches Rotes Kreuz Hamburg e.V., Diakonisches Werk Hamburg e.V., f&w fördern&wohnen AöR, hoffnungsorte hamburg – Verein Stadtmission Hamburg, Jugendhilfe Hamburg e.V., Koordinierungsstelle Hospiz- und Palliativarbeit, MW Malteser Werke gGmbH, sucht.hamburg gGmbH.

Schwerpunkte des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis setzt sich dafür ein, die Gesundheit von wohnungslosen Menschen in Hamburg zu fördern, Versorgungslücken aufzudecken, Zugänge zum Gesundheitsbereich zu fördern und die Zusammenarbeit der Hilfesysteme zu unterstützen. Er entwickelt Fortbildungen und Fachtagungen und erarbeitet Broschüren, z.B. zu den Themen Ernährung in der Wohnungslosigkeit, Umgang mit Krankheit, Tod und Sterben in der Wohnungslosenhilfe, Pflege von wohnungslosen Menschen.

Für die Aktivitäten zum Thema Hospizbegleitung, Palliativversorgung und Wohnungslosenhilfe wurde der Arbeitskreis 2015 mit dem 1. Preis der Deutschen Hospiz- und Palliativ-Stiftung ausgezeichnet.

Im Frühjahr 2018 setzte der Arbeitskreis mit einer Tagung Impulse für die Stärkung der Gesundheitsförderung in der Wohnungslosenhilfe im Kontext der Landesrahmenvereinbarung.

Veranstaltungen

  • "Aus der Pandemie lernen – Erkenntnisse und Perspektiven für die gesundheitsbezogene Arbeit mit wohnungslosen Menschen", 25.11.2020
  • "Ressourcen im Blick: Psychosoziale Gesundheit von wohnungslosen Menschen stärken – Gemeinsam handeln in der Stadt", 28.03.2018

 Veröffentlichungungen

Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung

Seit mehreren Jahren kooperieren Krankenkassen und Jobcenter, um die gesundheitliche Lage von erwerbslosen Menschen gemeinsam zu verbessern. Das 2014 begonnene Modellprojekt von gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und Bundesagentur für Arbeit zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung wird seit 2016 im Rahmen des GKV-Bündnisses für Gesundheit ausgeweitet und inhaltlich weiterentwickelt. Partner auf der Bundesebene sind neben der Bundesagentur für Arbeit auch der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag für die Jobcenter in rein kommunaler Trägerschaft.

In Hamburg kooperieren die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des GKV-Bündnisses für Gesundheit derzeit mit dem Jobcenter team.arbeit.hamburg und der hamburger arbeit GmbH.

Die KGC Hamburg beteiligt sich an Austauschgremien und bringt ihre Fachexpertise der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung ein, insbesondere im Kontext der kommunalen Strategien und der Förderung von Partizipation und Empowerment.

Veranstaltungen

  • Online-Veranstaltung der KGC Hamburg in Kooperation mit der hamburger arbeit GmbH: „Vulnerabilität und psychosoziale Gesundheit von Erwerbslosen in Zeiten der Pandemie“, 31.03.2021
  • Fachtagung der KGC Hamburg mit Projektvorstellung: „Gesundheitsförderung vor Ort. Akteure in den Kommunen und Krankenkassen engagieren sich gemeinsam“, 24.11.2016

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