NAVIGATION: Nachhaltig versorgt im gemeindenahen Gesundheitszentrum
Das Innovationsfondsprojekt NAVIGATION erprobt ein interprofessionelles Versorgungsmodell für Primärversorgungszentren. Hierdurch sollen die Versorgungsqualität und der Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessert werden.

Menschen in sozial und strukturell benachteiligten Wohngebieten haben häufig einen erhöhten Bedarf an einer gut abgestimmten Gesundheitsversorgung. Unterschiedliche Anlaufstellen und Zuständigkeiten erschweren jedoch oft den Zugang zu medizinischer, psychologischer, pflegerischer und sozialer Unterstützung.
Das Projekt NAVIGATION entwickelt, erprobt und untersucht deshalb in Berlin und Hamburg ein Versorgungsmodell für Primärversorgungszentren, das diese Angebote unter einem Dach bündelt. Eine wichtige Rolle übernehmen dabei Community Health Nurses: Als feste Ansprechpersonen begleiten sie Patient:innen durch die Versorgung und unterstützen sie dabei, passende Angebote zu nutzen. Leicht zugängliche Angebote und passende Gruppenangebote sollen insbesondere Menschen erreichen, die bisher nicht ausreichend versorgt werden, und sie dabei unterstützen, sich in Gesundheitsfragen und im Gesundheitssystem besser zurechtzufinden.
Ziele
NAVIGATION untersucht, wie das neue Versorgungsmodell die Versorgung von Patient:innen verbessern kann. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Fragen:
- Wird durch das Konzept von NAVIGATION die erlebte Patient:innenorientierung gesteigert?
- Verbessert sich die Versorgungseffizienz im Sinne einer zielgerichteteren Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen?
- Welche Gelingensfaktoren und Barrieren gibt es bei der Umsetzung der neuen Versorgungsform?
NAVIGATION verfolgt außerdem das Ziel, Primärversorgungszentren als neue wohnortnahe Versorgungsform in Deutschland zu etablieren. Sie sollen den Zugang zur Gesundheitsversorgung insbesondere für Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen verbessern. Niedrigschwellige, interprofessionelle und kultursensible Angebote sollen Zugangsbarrieren abbauen, die Gesundheitskompetenz der Patient:innen stärken und gesundheitliche Ungleichheiten verringern. Langfristig soll eine effizientere Versorgungsplanung auch dazu beitragen, Kosten im Gesundheitssystem zu reduzieren.
Maßnahmen
Das Projekt erprobt in Primärversorgungszentren (PVZ) eine ganzheitliche Begleitung von Patient:innen. Medizinische, psychologische, pflegerische und soziale Perspektiven werden dabei miteinander verbunden.
- Interprofessionelle Versorgung
Hausärzt:innen, Community Health Nurses (CHN), Psycholog:innen und Sozialarbeiter:innen entwickeln gemeinsam individuelle Versorgungspfade, die auch soziale Faktoren berücksichtigen. - Begleitung durch Community Health Nurses (CHN)
Als feste Ansprechpersonen übernehmen sie das Clinical Leadership. Die CHN koordinieren und begleiten darüber hinaus die Patient:innen durch den Versorgungsprozess – mit persönlichen Gesprächen und telefonischen Check-ups. - Zugang zur Versorgung erleichtern
Unterstützung bei bürokratischen Hürden, Sprachmittlung und Hausbesuche erleichtern bislang unterversorgten Bevölkerungsgruppen den Zugang. - Empowerment und Gesundheitskompetenz
Patient:innen werden darin unterstützt, sich im Gesundheitssystem zu orientieren, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken. - Gruppenangebote
Die HAG entwickelt und begleitet adressat:innengerechte Angebote zum Gesundheitssystem, psychischer Belastung, finanziellen Sorgen, Diskriminierung, Bewegung im Alltag, Leben im Stadtteil, sozialen Medien und Digitalisierung sowie Wohnen.
Projektpartner:innen
Das Projekt wird von einem siebenköpfigen Konsortium getragen:
- GeKo - Stadtteil-Gesundheits-Zentrum Neukölln in Berlin (Projektleitung)
- Poliklinik Veddel in Hamburg (Projektleitung)
- AOK Rheinland/Hamburg
- AOK Nordost
- Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Frankfurt University of Applied Sciences
- Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.
HAG-Publikationen und Materialien
Hier sind Publikationen und Materialien zu finden, die von den Mitarbeitenden der HAG entwickelt oder herausgegeben wurden. Weitere thematisch passende Publikationen oder Materialien externer Organisationen finden Sie unter „Weiterführende Links“.
- Alpen, F. und Jäger, B. (2025): „Gesundheit ist (k)eine Privatsache – warum soziale Ungleichheit krank macht“
Weiterführende Links
Dieser Link führt auf die Projekteigene Webseite von NAVIGATION.