Landungsbrücke – Ankommen und Bleiben
Das Projekt stärkt die psychosoziale Gesundheit junger Menschen im Übergang Schule - Beruf. Fachkräfte aus Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen werden unterstützt, den Übergang mit jungen Menschen gemeinsam gut zu gestalten.

Der Start in eine Ausbildung bringt für junge Menschen Veränderungen und häufig auch Herausforderungen mit sich: neue Strukturen, Leistungsdruck, die Übernahme einer neuen Rolle, Prüfungen und die Herausforderung, sich in Betrieb und berufsbildender Schule zurechtzufinden, sind einige davon. In Hamburg wurden 2021 fast 28% der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst (DGB-Bundesvorstand, 2024). Besonders die Eingangsphase einer Ausbildung stellt eine besondere Belastung dar: Zwei Drittel der gelösten Ausbildungsverträge fallen in das erste Ausbildungsjahr und circa 34,4% finden noch während der Probezeit statt (Bundesinstitut für Berufsbildung, 2024).
Werden Übergänge gut begleitet und bewältigt, ist es ein Gewinn für alle: junge Menschen, berufsbildende Schulen und Betriebe. Junge Menschen können gut und gesund in ihrer Ausbildung ankommen, werden in ihrer Selbstwirksamkeit und in ihrem weiteren Lebensweg gestärkt. Betriebe profitieren von motivierten Auszubildenden, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und sich ins Team einfügen. In berufsbildenden Schulen können Fehlzeiten reduziert, die Lernmotivation gesteigert und die Zusammenarbeit mit Betrieben gestärkt werden. Angesichts des Fachkräftemangels wird es immer wichtiger, Auszubildende nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig zu halten.
Das Projekt Landungsbrücke adressiert deshalb Schlüsselpersonen: Fachkräfte in Ausbildungsbetrieben und berufsbildenden Schulen. Sie erhalten Wissen und Kompetenzen, um die psychosoziale Gesundheit der Auszubildenden – insbesondere in der Ankommensphase – zu stärken. Gemeinsam mit jungen Menschen setzen sie passgenaue Praxisprojekte in Schule und Betrieb um, damit es in der Praxis wirkt.
Das Projekt wird als Gemeinschaftsprojekt im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung Hamburg umgesetzt.
In meinem alten Betrieb hat sich keiner dafür interessiert, wie es mir geht.
Junge Menschen berichten von ihrem Übergang von der Schule in den Beruf.
Landungsbrücke unterstützt Ausbildungsbetriebe und berufsbildende Schulen dabei, den Übergang von der Schule in den Beruf gesundheitsförderlich zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei wichtige Fragen: Wie können Auszubildende beim Start ins Berufsleben unterstützt werden? Welche Angebote helfen Ausbildungsbetrieben und berufsbildenden Schulen dabei, die psychosoziale Gesundheit in der Ausbildung zu fördern? Wie können Unternehmen und berufsbildende Schulen eine wertschätzende Ausbildungsumgebung schaffen und Ausbildungsabbrüche vermeiden?
Dafür werden folgende Ziele verfolgt:
- Fachkräfte stärken
Fachkräfte sind für psychosoziale Gesundheit sensibilisiert und kennen praxisnahes Fachwissen und Methoden zur Stärkung psychosozialer Ressourcen junger Menschen. - Ausbildungsalltag verbessern
Fachkräfte haben konkrete Ideen, wie Betriebe und Schulen ihre Zusammenarbeit und den Start in die Ausbildung gesundheitsförderlich gestalten können. - Willkommenskultur und Bindung fördern
Betriebe bauen eine wertschätzende Willkommenskultur und stabile Teamstrukturen auf, um Abbrüche zu verringern und Auszubildende langfristig zu halten. - Angebote sichtbar machen
Fachkräfte kennen und nutzen bestehende Unterstützungsangebote. - Junge Menschen beteiligen
Junge Menschen erhalten Raum für Austausch, stärken ihre psychosozialen Ressourcen und entwickeln eigene Angebote.
Landungsbrücke bietet Betrieben und berufsbildenden Schulen ein Paket aus Fortbildung, Begleitung und praxisnahen Materialien:
- Basis-Fortbildungen für Fachkräfte
Schulungen für Ausbilder:innen, Ausbildungsbeauftragte und Lehrkräfte zum Thema Psychosoziale Gesundheit in der Ausbildung vermitteln Grundlagenwissen und konkrete Methoden für den Alltag. Die Vernetzung von Betrieben und berufsbildenden Schulen untereinander wird ermöglicht. - Information zu Unterstützungsangeboten
Ansprechpersonen von jungen Menschen werden bedarfsgerecht über passende Beratungs- und Unterstützungsangebote informiert und der Kontakt zu bestehenden Stellen hergestellt – einfach und niedrigschwellig. - Prozessbegleitung
In Austauschformaten reflektieren Betriebe und berufsbildende Schulen ihre Praxis, tauschen Erfahrungen aus und entwickeln gemeinsam Maßnahmen, um Auszubildende besser zu begleiten und die Zusammenarbeit zu stärken. - Angebote mit und für junge Menschen
Junge Menschen bringen ihre Perspektiven ein, entwickeln eigene Projekte und Angebote zur Stärkung ihrer psychosozialen Gesundheit. - Entwicklung einer Toolbox
Alle Projektergebnisse (Good-Practice-Ansätze, Handlungsleitfäden etc.) fließen in eine praxisorientierte, leicht nutzbare Toolbox ein. Diese enthält Materialien und Ideen zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit von Auszubildenden, insbesondere in der Ankommensphase.
“Landungsbrücke – Ankommen und Bleiben” wird als Gemeinschaftsprojekt im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung Hamburg umgesetzt.
- Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) (2022): Praxishandbuch Landungsbrücke 2.
- “Landungsbrücke 2” wurde extern durch AGENON evaluiert. Eine Zusammenfassung der Evaluationsergebnisse finden Sie hier (zusammengestellt durch die HAG) .