Mitgestalten?! Gesundheitsförderung, Demokratie, Beteiligung
Mehr Informationen zum Landesprogramm "Pakt für Prävention – Gemeinsam für ein gesundes Hamburg!"
Gesundheit fördern, Demokratie leben, Zukunft gestalten – wie hängt das zusammen? Welche Rolle spielen Beteiligungsverfahren und wie können sie erfolgreich umgesetzt werden?
Diese Fragen wurden am 17. September 2025 gemeinsam mit 170 Teilnehmenden in der HafenCity Universität Hamburg (HCU) diskutiert. Der Kongress wurde von Katty Nöllenburg moderiert. Das einleitende Grußwort sprach Tim Angerer, Staatsrat der Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde).
Mit szenische Impulsen in kurzen Clips (ca. 2 Minuten) zeigten Schüler:innen des Helmut-Schmidt-Gymnasiums unter der Leitung von Hèdi Bouden den Teilnehemenden was sie zu Themen wie Gesundheit, Demokratie und Beteiligung bewegt.
In seinem Vortrag Gesundheitsförderung und Demokratie stellte Prof. Dr. Dr. Thomas Gerlinger (Universität Bielefeld) die Wechselwirkungen zwischen Gesundheitsförderung und Demokratie dar. Partizipation ist dabei sowohl Prozess als auch Ziel; unterstützt durch Empowerment und niedrigschwellige Ansätze.
Unter der Leitung von Prof.in Sonia Lippke (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) entwickelten Studierende Forschungsprojekte: Sabine Brandes stellte das Projekt Gemeinsam stark: Peer-to-Peer-Programme & soziale Verbundenheit vor. Das Projekt Eingebundenheit von muslimischen Studierenden der HAW Hamburg wurde von Nour Ahmad und Shaima Shallouf präsentiert.
Jörg Sommer, Direktor des Berlin Instituts für Partizipation, stellte Faktoren für erfolgreiche und zielführende Beteiligung von der Zieldefinition bis zur Erwartungskommunikation vor. Er betonte zudem die Bedeutung der Haltung und des Wirkungsanspruchs bei Beteiligungsprozessen.
Ziel der parallelen Workshops am Nachmittag war es, Methoden kennenzulernen, die auf verschiedene Adressat:innen sowie unterschiedliche Settings übertragbar sind. Viele Methoden wurden direkt von Menschen vorgestellt, die beteiligt waren.
Für alle Methoden gibt es Poster, die Herausforderungen, Ergebnisse und Praxisbeispiele übersichtlich zusammenfassen.
- IN FORM – Projekt: Zukunftswerkstatt zur Speiseraumgestaltung durch Beteiligung der Schulgemeinschaft
Selina Clausen | Vernetzungsstelle Schulverpflegung in der Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. - VTUU! Viel Theater um uns!: Theater als Ausgangspunkt für gesellschaftliche und politische Partizipation
Hèdi Bouden und Schüler:innen | Helmut Schmidt Gymnasium - Älter werden unterm Regenbogen: Beteiligung durch Community Botschafter:innen
Hilke Bleeken & Carsten Vitt, Reingard Wagner | Älterwerden unterm Regenbogen, Aidshilfe Hamburg e.V.
Moderation:
Stephanie Schluck | HAG
- Q8 – Quartiere bewegen: Niedrigschwellige Beteiligungsinstrumente nutzen
Agathe Bogacz & Armin Oertel | Evangelische Stiftung Alsterdorf - RISE- Gebiet Neugraben-Fischbek: Beteiligung von geflüchteten Menschen mit Hilfe von Nachbarschaftsmüttern und MiMi Mediator:innen
Frauke Rinsch | steg Hamburg mbH & Hatice Nazerzadeh | ehemalige DRK- Nachbarschaftsmutter + freiwillig Engagierte - Ein Workshoptag: Jugend macht Gesundheit – was gibt´s und was braucht´s in Eimsbüttel? Partizipation der Jugendlichen mit Beteiligung der Stabsstelle Bürgerbeteiligung der FHH
Svea Constantin und Dr. Ann-Kristin Mauritz | Bezirksamt Eimsbüttel, Kommunales Gesundheitsförderungsmanagement sowie Nora Begehr und Florian Bötel I KAIFU-Gymnasium
Moderation:
Zandile Amy Ngono | Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e.V. (ikm) &
Berit Köhler | Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)
- Fachakteur:innen beteiligen: Bezirkliche Gesundheitskonferenz und Aufbau von Netzwerkstrukturen im Bezirk Harburg
Alina Winkelmann & Janina Timm | Bezirksamt Harburg, Kommunales Gesundheitsförderungsmanagement - Beteiligung im Quartiersbeirat Wilhelmsburg Ost
Enno Redeker | Bezirksamt Mitte, Integrierte Stadtteilentwicklung Munise Koykac | Quartiersbeirat Wilhelmsburg Ost - Demokratietalks - Jugendliche machen sich im Jugendforum stark für ihre Themen
Abdulehad Kılıçtaş | Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e.V. (ikm)
(an dem Tag entfallen)
Moderation:
Karin Robben | Johann-Daniel-Lawaetz-Stiftung
Partizipative Mapping-Methoden am Beispiel von Gesunde Quartiere 2.0
StadtRaumMonitor
Prof.in Dr.in Sabine Wöhlke | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Anne Kis | HafenCity Universität Hamburg
Moderation:
Silke Kümeke | Sozialbehörde
In diesem Workshop wurden durch Umut Savac, freiberuflicher Trainer und Bildungsreferent, Grundlagen zum Umgang mit herausfordernden Beteiligungssituationen vermittelt.
Anschließend an die Workshophase sammelten Dr.in Anja Dessauvagie und Silke Kümeke (Sozialbehörde) Anregungen der Teilnehmenden, wie gesundes Aufwachsen in Hamburg weiter gestärkt werden kann. Monika Püschl (Sozialbehörde) und Petra Hofrichter (HAG) gaben einen Rückblick auf die Veranstaltung.
Ergebnisse und Stimmen
Die Empfehlungen aus dem Kongress zum Thema Beteiligung wurden in einem Schaubild: "Auf einen Blick: 15 Schritte für erfolgreiche Partizipation" zusammengefasst und von Angela Gerlach visualisiert. Weiterführende Informationen finden hier, sind aber auch über den QR Code auf dem Schaubild abrufbar. Laden Sie gern das Schaubild herunter und nutzen Sie die Empfehlungen.
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung zu dem Schaubild unter claudia.duwe@hag-gesundheit.de.
Auch in diesem Jahr waren sich die Teilnehmenden einig: der Kongress ist eine Inspirationsquelle und Impulsgeber, die Möglichkeiten zum Austausch vielfach und gewinnbringend.
Vielen Dank an alle, die zum Erfolg des Kongresses beigetragen haben!
Ausblick
Die Empfehlungen aus dem Kongress werden dem Gremium zur Kenntnis gegeben, das sich damit beschäftigt, das Präventionsgesetz in Hamburg umzusetzen (KG LRV). Der Pakt für Prävention nimmt diese Themen ebenfalls auf und bewegt sie in seinen Veranstaltungen (Kongressen, Expert:innenrunden und weiteren unterjährigen Veranstaltungen) weiter.
Daraus entwickeln sich konkrete Ideen, die in unterschiedliche Aktivitäten zur Gesundheitsförderung integriert werden. Empfehlungen müssen Taten folgen, damit Wirkung entsteht:Alle Unterzeichner:innen des Paktes und alle Fachakteur:innen, die das Landesprogramm unterstützen, sind gebeten, die diskutierten Ideen und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung aufzugreifen und umzusetzen.

