Partizipativ forschen

Entwicklung von Gesundheitsstrategien

In einer Wissenschaft-Praxis-Partnerschaft mit der Hochschule Esslingen erforscht die HAG, wie integrierte kommunale Strategien in der Gesundheitsförderung partizipativ entwickelt werden können.

Runder Diskussionstisch
Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien: Wissenschaft und Praxis im Dialog

KEG — Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien

Gesundheitsförderung rückt in der Wahrnehmung der Kommunen verstärkt in den Mittelpunkt. Moderne Strategien kommunaler Gesundheitsförderung setzen sozialraumorientiert an. Integrierte kommunale Strategien (IKS) beziehen sich auf die gesamte Lebensspanne, von der Kindheit und Jugend bis ins hohe Erwachsenenalter. Fachkräfte unterschiedlicher Ressorts und Aufgabenbereiche, einschließlich freigemeinnütziger Träger sowie Bürger*innen aus Selbsthilfe- und Stadtteilinitiativen beteiligen sich.

Das Forschungsprojekt KEG – Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien: Wissenschaft und Praxis im Dialog erforscht die partizipative (Weiter-)Entwicklung von IKS in einer Wissenschaft-Praxis-Partnerschaft. Hier arbeiten die Hochschule Esslingen und die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG) zusammen; beteiligt sind auch die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde) und das Bezirksamt Hamburg-Mitte.

Innovativer Baustein: Die Standortanalyse

In der zweiten Förderphase des Projekts wenden die Projektpartner*innen das in der ersten Förderphase entwickelte Instrument Standortanalyse an, evaluieren es und passen es an. Der innovative Baustein ist in das Beratungs- und Qualifizierungskonzept der Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hamburg integriert. Die KGC Hamburg berät mit der Standortanalyse lokale Vernetzungsstellen für Prävention. Darüber hinaus verfolgt KEG das Ziel, die partizipative Gesundheitsforschung im deutschen Sprachraum weiterzuentwickeln.

Hintergrund

KEG ist ein Teilprojekt von PartKommPlus – Forschungsverbund für gesunde Kommunen. Das Projekt ist 2015 gestartet und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

In der zweiten Förderphase (01.02.2018 – 31.01.2021) des Teilprojekts KEG „Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien: Wissenschaft und Praxis im Dialog“ führt die Hochschule Esslingen die bereits in der ersten Förderphase (01.02.2015 – 31.01.2018) begonnene Fallstudie in Hamburg fort.

Teilprojekt KEG — zweite Förderphase

Die Ziele der zweiten Förderphase bauen auf den Ergebnissen der ersten Förderphase auf und bestehen darin: das Beratungsinstrument Standortanalyse als innovativen Baustein in das Beratungs- und Qualifizierungskonzept der Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hamburg zu integrieren und das Instrument hamburgweit in der Beratung der lokalen Vernetzungsstellen anzuwenden, zu evaluieren und anzupassen. Darüber hinaus verfolgt KEG das Ziel, die partizipative Gesundheitsforschung im deutschen Sprachraum weiterzuentwickeln.

Forschungsgegenstand und -fragen

Gegenstand der zweiten Förderphase der KEG ist das auf empirischer Basis der ersten Förderphase entwickelte und theoretisch durch das Modell der Community Readiness fundierte Beratungsinstrument Standortanalyse. Dessen Passung für die Beratungspraxis zum Auf- und Ausbau von integrierten kommunalen Strategien (IKS) wird im Rahmen der Begleitforschung zur Anwendung des Instruments partizipativ untersucht. Sowohl Weiterentwicklungsbedarfe des Instruments als auch der Impact der Anwendung bezüglich Auf- und Ausbauprozessen von IKS in Sozialräumen werden erhoben.

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Methoden

Der Zugang zu den mit dem Instrument Standortanalyse zu beratenden Stadtteilen wird über die KGC Hamburg realisiert. Für die Beratungsprozesse, die mit der Standortanalyse durchgeführt werden, wurden Beobachtungs- und Dokumentationsinstrumente für die Beratende und die Beobachterin entwickelt. Nach Abschluss der jeweiligen Beratungsprozesse erfolgte die Evaluation des Tableaus und des Begleitheftes zur Standortanalyse. Hierzu wurden Interviews und Gruppendiskussionen mit den an den Beratungen Beteiligten durchgeführt. Die so entstehenden Daten werden derzeit partizipativ in der Wissenschaft-Praxis-Partnerschaft ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des Instruments Standortanalyse ein.

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Teilprojekt KEG — erste Förderphase

Ziele der ersten Förderphase der KEG waren: Erkenntnisse über die Zusammenarbeit und Anliegen in der Gesundheitsförderung auf Stadtteilebene zu gewinnen und damit die (Weiter-)Entwicklung von integrierten kommunalen Gesundheitsstrategien (IKS) lokal zu unterstützen, Transferangebote zu entwickeln sowie zur Weiterentwicklung partizipativer Forschung beizutragen.

Forschungsgegenstand und -fragen

In der Hamburger Fallstudie wurde die Zusammenarbeit eines bestehenden Netzwerks im Stadtteil Rothenburgsort zum Auf- und Ausbau einer integrierten kommunalen Strategie (IKS) untersucht. Im Mittelpunkt stand die handlungsleitende Forschungsfrage, wie das Netzwerk redynamisiert werden könne sowie das damit verknüpfte wissenschaftliche Erkenntnisinteresse an förderlichen und hemmenden Bedingungen im Auf- und Ausbau von IKS.

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Methoden

Auf Basis der bisher überwiegend nur im anglophonen Raum bekannten partizipativen Methode Appreciative Inquiry (AI) (Cooperrider, Whitney & Stavros 2008) wurden in der Begleitgruppe Erhebungsinstrumente entwickelt und wertschätzende, dialogbasierte Interviews mit Mitgliedern des Netzwerks in Hamburg-Rothenburgsort geführt. Eine partizipative Auswertung der Interviewdaten erfolgte im Rahmen der Begleitgruppe in Anlehnung an die Methode des Story Dialogue (Labonte, Feather & Hills 1999) und der Nominal-Group-Technique (Delbecq & Van de Ven 1971). Hierfür wurden diejenigen Begleitgruppenmitglieder aus der Praxis zu Mitforschenden qualifiziert (Peer-Forschung). Die Ergebnisse der Netzwerkbefragung bildeten die empirische Basis der Entwicklung des Beratungsinstruments Standortanalyse, dessen partizipative Evaluation und Weiterentwicklung Bestandteil der zweiten Förderphase der KEG sind.

Darüber hinaus wurden junge Bewohner*innen zu Mitforschenden geschult, um Teile der Bewohner*innenschaft des Stadtteils zu deren gesundheitlichen Anliegen und Bedarfen zu befragen. Die Ergebnisse dieser ebenso mit AI realisierten Erhebung flossen in die Entwicklung der Gesundheitsförderung vor Ort sowie in die Entwicklung des Beratungsinstruments ein.

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Veröffentlichungen erste und zweite Förderphase

KEG verfolgt das Ziel, die partizipative Gesundheitsforschung im deutschen Sprachraum weiterzuentwickeln. Hierzu wurden in der ersten und zweiten Förderphase Publikationen erarbeitet.

Artikel und Sammelband

  • Göldner, J. & Jahnke, M. (2017). Qualität in der kommunalen Gesundheitsförderung stärken. In: HAG e.V. (Hrsg.) (2017). Gesundheitsförderung und Prävention in der Kommune. S. 7-9. Stadtpunkte Thema Hamburg.
  • Wihofszky, P., Layh, S., Jahnke, M. & Hofrichter, P. (2020). Appreciative Inquiry in der Partizipativen Gesundheitsforschung: Methodische Einblicke in eine Fallstudie im Stadtteil. S.179-206. In: Hartung, S., Wihofszky, P. & Wright, Michael T. (Hrsg.) (2020). Partizipative Forschung. Ein Forschungsansatz für Gesundheit und seine Methoden. Springer VS, Wiesbaden.
  • Wihofszky, P. & Layh, S. (2017). Partizipativ forschen – Wie geht denn das?. Homepage des Kooperationsverbunds Gesundheitliche Chancengleichheit.
  • Wihofszky, P., Layh, S. & Hofrichter, P. (2016). Partizipativ forschen für einen gesunden Stadtteil. In: HAG e.V. (Hrsg.) (2016). Partizipation und Dialog. S. 4-6. Stadtpunkte Thema Hamburg.
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Vortrag und Diskussion

  • Hofrichter, P. & Layh, S. (2019). „Der Einsatz von Filmen in der Partizipativen Gesundheitsforschung“. Kongress Armut und Gesundheit, 14. und 15. März 2019, Berlin. Das gezeigte Video über die Hamburger Fallstudie des Forschungsprojektes KEG kann dort angesehen werden.
  • Wihofszky, P. & Hofrichter, P. (2019). „Transfer partizipativer Forschungsergebnisse in die Praxis kommunaler Gesundheitsförderung. Erfahrungen einer Wissenschaft-Praxis-Partnerschaft in Hamburg“. Kongress Armut und Gesundheit, 14. und 15. März 2019, Berlin.
  • Wihofszky, P. (2018). „Parallel-tracking“: ein Lösungsmodell zwischen Top-down und Bottom-up?“. Fachtagung „Volle Kraft voraus!? Wenn der Wind richtig steht für Gesundheitsförderung in Kommunen“ der Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg, 28. Oktober 2018, Hamburg.
  • Wihofszky, P. (2018). „Wo stehen wir im Sozialraum? – Standortanalyse zum Auf- und Ausbau integrierter kommunaler Gesundheitsstrategien“. Fachtagung „Volle Kraft voraus!? Wenn der Wind richtig steht für Gesundheitsförderung in Kommunen“ der Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg, 28. Oktober 2018, Hamburg.
  • Wihofszky, P. & Göldner, J. (2018). „Welches Wissen liegt im Sozialraum? — Ein Instrument zur Standortanalyse“. Fachtagung „Volle Kraft voraus!? Wenn der Wind richtig steht für Gesundheitsförderung in Kommunen“ der Koordinierungsstelle für Gesundheitliche Chancengleichheit Hamburg, 28. Oktober 2018, Hamburg.
  • Wihofszky, P. (2017). „Are you ready? Gesundheitsförderung im Sozialraum — Zusammenarbeit und Beteiligung“. Kongress Pakt für Prävention „Gemeinsam psychosoziale Gesundheit in der Stadt stärken!“, 28. September 2017, Hamburg.
  • Wihofszky, P. & Layh, S. (2017). „Partizipativ forschen für einen gesunden Stadtteil“. Jahrestagung der DGEpi, DGMS und der DGSMP, 5. bis 8. September 2017, Lübeck.
  • Hofrichter, P. & Layh, S. (2018). „Erkenntnisse und Ergebnisse KEG 2018" Wie können Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten erfolgreich entwickelt und umgesetzt werden?, 7. Februar 2018, Hamburg.
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Veranstaltungen

Abschlussveranstaltung der ersten Förderphase des BMBF-Forschungsprojektes Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien (KEG) „Wie können Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten erfolgreich entwickelt und umgesetzt werden?“. HAG e.V., 7. Februar 2018, Hamburg.

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