Frühe Hilfen für alle!? – Inklusion von Anfang an
Fachtagung Frühe Hilfen "Guter Start für Hamburgs Kinder" mit dem Schwerpunkt Frühe Hilfen und Inklusion
Die Fachtagung „Frühe Hilfen – Guter Start für Hamburgs Kinder“ mit dem Titel „Frühe Hilfen für alle!? – Inklusion von Anfang an“ hat sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Frage befasst, wie wir in diesem Arbeitsfeld dem inklusiven Anspruch gerecht werden können: Schon jetzt sind die vielfältigen Angebote aus Gesundheit, Jugendhilfe und Familienförderung offen für alle Schwangeren, werdenden Väter und Familien mit Kindern bis drei Jahre. Aber wie einladend und unterstützend sind sie wirklich für Familien mit behinderten oder chronisch erkrankten Kindern? Welche Entwicklungen und Veränderungen sind notwendig, um die Netzwerke der Frühen Hilfen zu dem Thema gut aufzustellen, noch bessere Brücken zwischen den unterschiedlichen Leistungsbereichen für Familien zu bauen und die Angebote der Frühen Hilfen selbst zukünftig inklusiver zu gestalten?
Auf der Tagung haben sich 220 Teilnehmende mit Fachvorträgen, Workshops und einem Markt der Möglichkeiten diesen Fragen gewidmet, Impulse für die Praxis erhalten und die Möglichkeit für fachlichen Austausch sowie Vernetzung genutzt.
Die Fachtagung ist eine Kooperationsveranstaltung der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)/Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen und der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG).

Grußwort
Ksenija Bekeris, Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg
„Unsere Vielfalt ist unser Plus. Deshalb müssen alle Kinder faire Startchancen haben. Investitionen in die Frühen Hilfen sind eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.“

Thematische Einstimmung
Susanne Hüttenhain, Landeskoordinatorin Frühe Hilfen; Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
„Es darf nicht dem glücklichen Zufall überlassen sein, ob Familien mit einem behinderten Kind, die Unterstützung erhalten, die sie benötigen!
Mit dem Titel der heutigen Veranstaltung: „Frühe Hilfen für alle!? Inklusion von Anfang an“ formulieren wir diesen Anspruch, und hinterfragen gleichzeitig, wo sich die Angebote und Netzwerke der Frühen Hilfen weiterentwickeln müssen, um für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen offen und unterstützend zu sein.“

Fachvortrag
Frühe Hilfen auf dem Weg zu einem inklusiven Angebot – Stolpersteine und Gelingensbedingungen
Prof.in Dr.in Karin Böllert, Universität Münster
„Inklusion ist kein Thema für Expert:innen. Es geht uns alle an! Die Frühen Hilfen leben Inklusion jetzt schon und können anderen Bereichen zeigen, wie es geht.“

Impulsvortrag
„Bist du behindert, oder was?“ Wie wir Familien inklusiv und ableismussensibel stärken können
Mareice Kaiser, freie Journalistin, Autorin, Moderatorin
„Wie schön, dass du geboren bist, sollte für jedes Kind gelten.“
Filmreihe „Stolpersteine“ Einblicke über das Leben mit Behinderung in einer Familie
Hier können Sie sich die einzelnen Filme der Filmreihe anschauen.
Vortrag „Angebote inklusiver Jugendhilfe am Beispiel der alsterdorf assistenz ost“, Philipp Noß
Hier können Sie sich den gezeigten Film der alsterdorf assistenz ost anschauen.
- Verfahrenslotsen – Inklusive Jugendhilfe
- KinderVersorgungsNetz Hamburg e. V.
- DRK Hamburg-Harburg – InklusiveWege gGmbH
- Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. – DEAHL Baltic
- KIDS Hamburg e. V.
- SUCHT.HAMBURG gGmbH mit dem Fachportal Frühe Hilfen Hamburg
- Haus Mignon e. V.
- Stiftung Das Rauhe Haus
- EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
- Elbkinder – Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH
- Erziehungshilfe e. V.
Kultur- und Bildungszentrum Lurup/KuBi - Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. – AUStauschZEITEN
- Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. – ZuKiJu
- Pro Inklusion Hamburg e. V.
- alsterdorf assistenz ost gGmbH
- NeST-Zentrale
- Beratungszentrum Sehen|Hören|Bewegen|Sprechen
- Mütterberatung
- Leben mit Behinderung Hamburg
- Stiftung Kinderlotse
- SeeYou Familienorientierte Nachsorge Hamburg
- Beratungsstelle Fairplay – Vereinbarkeit Familie & Beruf für pflegende Angehörige
Workshop 1: Das Recht auf Elternschaft - Möglichkeiten der Begleitung von Eltern mit Lernschwierigkeiten und ihren Kindern
Kadidja Rohmann, Diplom- und Sexualpädagogin, Lebenshilfe Bremen
Sima Iraji, Sozialpädagogin, Lebenshilfe Bremen
Behinderte Menschen sind genauso Eltern wie alle anderen – inklusive Unterstützung ermöglicht selbstbestimmte Elternschaft von Anfang an.
Workshop 2: „Habt ihr das vorher gewusst?“ – die Elternperspektive
Tina Wilson, Dipl.-Sozialpädagogin, Verfahrenslotsin, Mutter einer Tochter mit Trisomie 21
Inklusive Frühe Hilfen respektieren die Elternperspektive und gestalten Unterstützung sensibel, wertschätzend und für alle Familien zugänglich.
Workshop 3: Frühförderung und Frühe Hilfen: zwei Blickwinkel – ein gemeinsames Ziel
Ruth Enste, Heilpädagogin und Systemische Therapeutin
Frühe Hilfen und Frühförderung verbindet mehr als sie trennt. Das ist eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit.
Workshop 4: Armut und Behinderung in einer Familie: Herausforderungen erkennen, Ressourcen stärken
Anna Franze, Diplom Erziehungswissenschaftlerin, HAW Hamburg
Armut und Behinderung stehen in einer Wechselbeziehung: Familien können durch die Behinderung eines Kindes in finanzielle Notlagen geraten, während Armut zugleich das Risiko für Behinderungen und chronische Erkrankungen bei Kindern erhöht.
Workshop 5: Ohne Zweifel geht es nicht - Eine Neuausrichtung im Kontakt mit dem Ungeborenen nach pränataler Diagnose
Cara – Beratungsstelle zu Schwangerschaft und Pränataldiagnostik, Bremen
Judith Hennemann, Diplom Sozialpädagogin, Psychologische Beraterin (IFB), Supervisorin
Dr. Marina Mohr, Soziologin, Systemische Therapeutin und Beraterin (DGSF), Paartherapeutin
„Ihr trefft diese Entscheidung für euch. Ihr könnt nicht für Euer Kind entscheiden.“
Workshop 6: Sozialmedizinische Nachsorge – Kooperation und Abgrenzung in den Frühen Hilfen
Katrin Seidel, Leitung der Sozialmedizinischen Nachsorge Kinderlotse gGmbH
Voneinander zu wissen ist wichtig, um Zusammenarbeit zu stärken und Familien bestmöglich zu unterstützen.
Workshop 7: Medizinischer Kinderschutz bei chronisch erkrankten oder behinderten Kindern in der interdisziplinären Betreuung
PD Dr. Silke Pawils, Institut für Med. Psychologie am UKE Hamburg
Frühe Hilfen stellen bereits ein wesentliches Bindeglied an der Schnittstelle zwischen Pädiatrie und Jugendhilfe dar.
Gemeinsamer Abschluss im Foyer
Die Fachtagung konnte wichtige Impulse setzen, mit denen auf unterschiedlichen Ebenen – in der Praxis vor Ort, in den Bezirken und auf Landesebene – in den kommenden Jahren weitergearbeitet wird.
In jedem Workshop wurden Kernbotschaften, AHA-Erlebnisse und Anregungen für die inklusive Weiterentwicklung und Vernetzung der Frühen Hilfen zusammengefasst.
Auch im Landeskonzept Frühe Hilfen „Guter Start für Hamburg Kinder“ soll die inklusive Ausrichtung des Arbeitsfeldes – aufbauend auf den Erkenntnissen des Fachtags – konkretisiert werden.
Allen Beteiligten wird herzlich gedankt!