Aktuelles
Jahrestagung HAG 2012
„Gefällt mir! (Gesundheits)Kommunikation von Jugendlichen verstehen und Gesundheitskompetenzen stärken“
Am 25. Oktober 2012 fand in den Räumen der Baseler Hof Säle die Jahrestagung der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) statt. Hierzu waren alle Mitglieder und Kooperationspartnerinnen und -partner und interessierte Akteure aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung und Stadtentwicklung eingeladen.
Die stellvertretende Vorsitzende der HAG, Anette Borkel, begrüßte die Anwesenden und moderierte die Veranstaltung. Sie bedauerte, dass trotz aller Bemühungen keine Jugendlichen anwesend waren, da es „immer etwas komisch ist, über Jugendliche und ihre Lebenswelt zu sprechen, ohne mit ihnen zu sprechen“.
In ihrem Grußwort wies Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks darauf hin, dass die Erkenntnisse und das Wissen über die Kinder- und Jugendgesundheit stetig wachsen, in der heutigen Zeit die Frage nach der Wissenskommunikation aber neu gestellt und beantwortet werden muss.
Die HAG-Vorsitzende Prof. Dr. Ravens-Sieberer stellte die aktuelle gesundheitliche Situation der Jugendlichen in Deutschland anhand einiger ausgewählter Ergebnisse der HBSC Studie dar. Deutlich wurde, dass Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien häufiger von Erkrankungen und Beschwerden betroffen sind.
Wie heterogen die Zielgruppe ist, beschrieb Inga Borchard (Sinus Institut der Markt- und Sozialforschung GmbH Berlin) in ihrem Vortrag „Wie ticken Jugendliche? Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 – 17 Jahren in Deutschland“. In der Sinus-Jugendstudie 2012 äußerten sich die Jugendlichen zu Schule, Berufswünschen, Zukunftsvorstellungen und Lebenseinstellungen.
Borchard: „Die Jugend gibt es nicht – Jugendliche sind unterschiedlich“.
Zur Thematik „Wie erreichen wir Jugendliche? Möglichkeiten und Grenzen der Gesundheitskommunikation durch Medien“ referierte Dr. Claudia Lampert vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung der Universität Hamburg: „Medien nehmen im Alltag von Jugendlichen eine zentrale Rolle ein und es ist wichtig die gesundheitsschädigende Wirkung vom Medienkonsum zu betrachten, aber auch die Potenziale, wie Medien im Rahmen von Gesundheitsförderung als Instrument zur Ansprache von Jugendlichen genutzt werden können.“
In der Diskussion wurden die Erkenntnisse auf Praxisbeispiele bezogen und reflektiert. Hierbei waren die Meinungen zum Thema Gesundheitskommunikation über Medien eher geteilt und es wurde der hohe Stellenwert des individuellen Gesprächs mit den Jugendlichen betont. Partizipation spielt aus Sicht der Teilnehmer/innen ebenfalls eine wichtige Rolle, wobei Medien hier im Rahmen von gesundheitsförderlichen Projekten als Gestaltungsinstrument dienen können.
HAG Mitgliederversammlung beschließt Einführung von Mitgliedsbeiträgen

Um die Mitwirkung und Unterstützung der Mitglieder noch verbindlicher zu regeln, führt die HAG ab 2013 Mitgliedsbeiträge ein. Bisher wurde von einzelnen Akteuren, wie den Krankenkassen, Kassenverbänden oder der Ärztekammer, ein freiwilliger Mitgliedsbeitrag entrichtet. Die HAG war damit eine der wenigen Landesvereinigungen ohne geregelte Beitragsordnung. Die Einnahmen aus den Mitgliedbeiträgen sollen dazu dienen, Veranstaltungen und Informationen für die Mitglieder - z.B. über die HAG-Zeitschrift "Stadtpunkte" - in gewohnter Qualität anbieten zu können.
Geundheitsförderung und Selbsthilfeförderung
Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder besonderem Unterstützungsbedarf zu erreichen bzw. zu aktivieren ist immer dann eine Herausforderung, wenn sie sozial benachteiligt sind. Dies gilt für viele Handlungsfelder, so auch für Gesundheitsförderung und Selbsthilfeförderung.
Wie kann es den professionellen Akteuren gelingen, die Teilhabe und Selbstbestimmung dieser Menschen zu fördern? Welche konkreten Handlungsansätze haben sich bewährt? Diese Fragen bildeten den roten Faden der Fachtagung „Gesundheitsförderung und Selbsthilfeförderung. Perspektiven entwickeln – Partnerschaften stärken“, die die Behörde für Gesundheit- und Verbraucherschutz (BGV) in Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) mit ihrem Projekt Regionaler Knoten und den Kontakt und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen Hamburg am 18.04.2012 durchgeführt hat.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung, an der rund 100 Akteure teilgenommen haben, standen Erfahrungsaustausch und Stärkung der Zusammenarbeit der Multiplikatorinnen und Multipilkatoren aus den Bereichen Gesundheit, Selbsthilfe und Soziales.
Was haben Gesundheitsförderung und Selbsthilfe gemeinsam? Wo können sie voneinander stärker lernen? Diesen Fragen widmete sich Prof. Dr. Raimund Geene in seinem Einstiegsreferat. Er stellte Hintergründe, Ansätze und Entwicklungen der beiden Konzepte vor und machte deutlich, dass sowohl Selbsthilfe als auch Gesundheitsförderung Menschen nicht „belehren“, sondern Empowerment- und Emanzipationsprozesse fördern.
Einen neuen Weg in der Selbsthilfe-Unterstützung präsentierte Andreas Greiwe: In-Gang-Setzer® - hier werden ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Selbsthilfe-Kontaktstellen darin geschult Selbsthilfegruppen in der Startphase methodisch zu unterstützen.
Im anschließenden Fishbowl waren alle Teilnehmenden eingeladen über Möglichkeiten der Zusammenarbeit und erfolgreiche Ansätze zu diskutieren, neben den Veranstaltern waren mit dabei: Margrit Glattes von der AOK Rheinland/Hamburg und Dr. Christopher Kofahl vom UKE.
Der Nachmittag ermöglichte den Teilnehmenden ein Eintauchen in die Praxis. Hier wurden in den Foren zum einen Qualitätsentwicklungsinstrumente der Gesundheitsförderung wie Good Practice und Partizipative Qualitätsentwicklung als auch Ansätze der Selbsthilfeförderung vorgestellt.
Wohin das Schiff „Gesundheitsförderung und Selbsthilfeförderung“ gemeinsam segeln wird, machten die Teilnehmenden und die Veranstalterinnen im Get together deutlich: ein erster Schritt in Richtung mehr Zusammenarbeit ist getan, der Prozess des miteinander Lernens wird fortgesetzt.