Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.

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„Betriebliche Gesundheitsförderung in der Kita – was wirkt?“

Dokumentation der Fachveranstaltung vom 24.01.2018

Plenumsdiskussion BGF

Das Netzwerk Gesunde Kitas in Hamburg hat am 24. Januar 2018 eine Fachveranstaltung durchgeführt, bei der Akteure aus Forschung und Praxis das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung in der Kita diskutiert haben. Mitarbeitende und Leitungskräfte aus Kitas, von Kitaträgern und -verbänden sowie Nutzer*innen und Anbieter*innen von Betrieblicher Gesundheitsförderung tauschten sich darüber aus, wie der zunehmenden Belastung und dem steigenden Stresspegel, dem die pädagogischen Fachkräfte im Kitaalltag ausgesetzt sind, begegnet werden kann.

Maria Gies von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) begrüßte als Koordinatorin des Netzwerks die über 50 Teilnehmer*innen in den Räumen der AOK Hamburg. Prof. Dr. Anne Flothow von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) erläuterte in ihrem Vortrag zu Belastungen und Ressourcen von Erzieher*innen, dass insbesondere Lärm, Rückenschmerzen und psychische Fehlbelastungen Risikofaktoren in der Kita-Arbeit seien. Dabei könne eine objektiv gleiche Belastung zu einer unterschiedlichen Beanspruchung des*der Einzelnen führen. Demgegenüber stehen die Ressourcen: So heben Erzieher*innen in Umfragen häufig ihre Aufgabenvielfalt, den Gestaltungsspielraum und etwa die Führungsqualität ihrer Leitung sowie das Teamklima positiv hervor.
Angela Friebe vom Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH stellte Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung vor und gab Impulse für die passgenaue Umsetzung: Die Arbeitssituationsanalyse sei ein Instrument, mit dem die einzelne Kita in einem partizipativen Prozess ermitteln kann, welche Faktoren zur Zufriedenheit der pädagogischen Fachkräfte beitragen und welche konkreten Belastungssituationen in ihrem Arbeitsalltag auszumachen sind. Thomas Bunsmann, Leiter der DRK-Kindertagesstätte „LohkoMotive“, nahm als potentieller Nutzer von Angeboten Betrieblicher Gesundheitsförderung eine kontroverse, persönliche und trägerunabhängige Perspektive ein. Er formulierte in seinem Vortrag die provokante Frage, ob Betriebliche Gesundheitsförderung nicht oft schlichtweg als Alibi für die soziale Verantwortung des Arbeitgebers fungiere, „ein Gimmick auf dem Tableau der Mitarbeiterfürsorge“ sei. Aus seiner persönlichen Praxiserfahrung als langjähriger Kitaleiter könne er keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Krankheitsstand der Fachkräfte und den Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung erkennen, gestehe ihnen aber durchaus eine Wirkung hinsichtlich eines „Geborgenheitsgefühls“ der Mitarbeitenden zu.

In der abschließenden Diskussionsrunde, moderiert von Michael Gümbel von Arbeit & Gesundheit e.V., debattierten Teilnehmende und Referierende darüber, ob der Rückgang von Arbeitsunfähigkeit ein Indikator für die Wirksamkeit Betrieblicher Gesundheitsförderung sein kann. Oder ob Krankheit nicht vielmehr als normaler Bestandteil des Lebens begriffen werden müsse.

 

Programm und Präsentationen

Zum Veranstaltungsprogramm und den Präsentationen der Vorträge gelangen Sie hier.

 
 

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Aktualisiert am: 06.02.18